|
Adonis ist eine
Gestalt aus der vorderorientalischen, griechischen
und römischen Mythologie, die ursprünglich
wohl ein syro-phönizischer Vegetationsgott
war. Vermutlich kommt die
Gestalt des Adonis aus dem semitisch-sprachigen
Raum, weil sein Name von nordwestsemitisch
Adon Herr abgeleitet ist. Nach
anderer Auffassung ist er ursprünglich
eine phrygische Gottheit, dessen Mythos aber
bereits früh rund um das Mittelmeer verbreitet
war. Er ist auch sehr dem Inanna/Dumuzi-Mythos
ähnlich. In Etrurien war Adonis unter
dem Namen Atunis bekannt und war oft als Begleiter
von Turan dargestellt. Im Ersten Buch der
Könige des Alten Testament wird die Geschichte
eines Adonia erzählt, der
ein sehr schöner Mann war
und als zweitgeborener Sohn des sagenhaften
israelischen Königs David den Versuch
unternahm, Davids Thron an Stelle von Salomo
an sich zu bringen. Mehr noch als die sprachliche
Ableitung (vergl. oben) spricht diese Namensgleichheit
dafür, dass der biblische Adonia und
Adonis im Ursprung als identische, mythische
Figur zu sehen sind. In
der griechischen Mythologie ist Adonis das
Sinnbild oder der Gott der Schönheit
und der Vegetation und einer der Geliebten
der Aphrodite (oder ihrer römischen Entsprechung
Venus). Er wird als wunderschöner Jüngling
beschrieben. Aphrodite habe der Sage nach
sein auf den Boden fallendes Blut in ein Adonisröschen
verwandelt, als ihn der eifersüchtige
Ares (oder seine römische Entsprechung
Mars), der sich in einen wütenden Eber
verwandelt hatte, tötete. Aphrodite mussste
Ihre Liebe allerdings mit Persephone teilen.
Zeus verfügte, dass Adonis jeweils den
dritten Teil seiner Zeit bei Aphrodite oder
Persephone leben sollte. Über das restliche
Drittel konnte er frei verfügen. Aus
jedem Blutstropfen soll eine Anemone (Adonisröschen),
aus jeder von Aphrodite vergossenen Träne
eine weiße Rose gewachsen sein.
|