|
Franz Werner
von Tamm genannt Daprait oder Dapper(*
1658 in Hamburg; 1725 in Wien) war
ein deutscher Maler der Barockzeit mit religiösen
Motiven, Jagdszenen, Porträts, Landschaften
mit Figuren, Stillleben mit Blumen/ Früchten/
spielenden Puttis. Von Tamm studierte unter
Dietrich von Sosten und Hans Pfeiffer. Er
ging 1685 nach Rom und setzte seine Studien
fort und blieb 10 Jahre. Sein Stil entwickelte
sich sehr stark nach dem Werk von Mario Nuzzi
der 1673 gestorben war. Während dieses
Aufenthalts heiratete er die Tochter eines
Augsburger Goldschmieds; und es ist bekannt,
dass er in Kontakt mit Carlo Maratta (Maratti)
und Caspar van Wittel (Vanvitelli) trat. Er
bagann sein Schaffen mit historischen Gemälden
und Porträts, dann spezialisierte er
sich auf Stillleben mit Blumen und Früchten
vor landschaftlichem Hintergrund. Er malte
auch Blumengirlanden für Carlo Maratta
(so wie A. Brueghel); bekannt ist eine Supraporte
im Louvre, Paris. 1695 wurde von Tamm nach
Wien berufen um als Hofmaler für Leopold
I. zu arbeiten. Er wurde der führende
Vertreter der Stilllebenmalerei (Blumen, Früchte,
Tiere) mit großem Einfluss auf das 18.
Jahrhundert. Auch der Fürst von Liechtenstein
entdeckte seine herrlichen Gemälde und
erteilte von Tamm zahlreiche Auträge.
In der Sammlung des Liechtenstein-Museum in
Wien finden sich Bilder von Franz Werner von
Tamm ebenso wie im östereichischen Barockmuseum
im Belvedere. Seine Arbeiten wurden auch in
einer sehr interessanten Kollektivausstellung
über italienische Stillleben gezeigt.
Stille Welt. Italienische Stillleben
aus drei Jahrhunderten, in der Kunsthalle
der Hypo-Kulturstiftung, München 2003.
Arbeiten in Museen und Galerien: Dresden;
Gotha; Hamburg; Milan; Rome; wien etc. Das
hier vorliegende Gemälde stammt aus der
Zeit von 1707 1720. vergleichbare,
signierte und datierte Werke von Tamms finden
sich in der Landesgalerie Graz 1707 und in
der Kunsthalle Hamburg 1725.
|