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Alessandro Pampurino
wurde aller Wahrscheinlichkeit nach 1460/62
in Cremeno geboren. Pampurino gehörte
zu den führenden Malern der Renaissance
in Cremona. Sein Name wird erstmals erwähnt
angelegentlich der Zahlung für einige
Miniaturen im Jahre 1482. Ab den späteren
1480er Jahren arbeitete er selbständig.
In der darauf folgenden Zeit erhielt Pampurino
große Aufträge für Tafel-
und Wandbilder, darunter nach jüngerer
Zuschreibung das aus den gewöhnlich religiösen
Themen herausfallende Deckenfresko mit "Apoll
und den Musen", heute im Victoria and
Albert Museum, London (Ende der 1490er Jahre).
Sein zeichnerisches und malerisches Werk ist
von der hartkantigen, linear-kubischen Richtung
der lombardischen Kunst eines Bramante und
Bramantino beeinflußt (zur Biographie
vgl. Gregori, Pittura a Cremona, 1990, S.
242f.) Christus auf unserem Gemälde überrascht
durch völlige Abwesenheit jenes konstruktiven,
abstrahierenden Zuges, der den Einfluß
Bramantes und Bramantinos auf die Kunst Pampurinos
belegt, oder positiv: Hier begegnet uns eine
Lebensnähe, ein großartiges Erfassen
des Modells, wie es eher in der toskanisch-umbrischen
Kunst üblich war. Mit dieser verbunden
ist auch die rhetorische Macht der äußeren
Hülle, die Funktion der Draperie. Selten
so anschaulich, demonstriert die Draperie
des Gewandes den Prozeß vom Naturstudium
zum äußerlich kodifizierten, der
Bedeutung der Figur und künstlerischen
Regeln angepaßten Stil.
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